Donnerstag, Juli 01, 2010
Debian Dist-Upgrade von stable auf testing

Nachdem Lenny doch in die Jahre gekommen ist, beschloss ich, generell auf Testing umzusteigen. Ganz gegen meine Gewohnheit betrieb ich vorher einigen Aufwand, um mögliche Probleme im Vorfeld abzufangen.
1. Lenny hat einen Kernel, der mit dem von Squeeze verwendeten udev nicht klar kommt. Also installierte ich noch in Lenny einen 2.6.32 Kernel aus den Backports.
2. Mein Debian Handbuch aus dem Galileo Verlag empfiehlt eine abgestufte Vorgehensweise, an die ich mich gehalten habe.
3. Ein Dist-Upgrade wird mit grafischer Benutzeroberfläche nicht laufen, der Vorgang muss über die Konsole gehen.
Und so habe ich es gemacht, und es ging eigentlich problemlos:
1. aus Backports den 2.6.32 Kernel installieren
2. in der etc/apt/sources.list nach einem vorhergehenden apt-get update und apt-get upgrade alle Einträge von lenny auf testing umgestellt. Wichtig: backports, volatile und die sources von Drittanbietern müssen entfernt werden!
2. Neustart - das System in GRUB mit dem Single User Mode im 2.6.32 Kernel aus den Backports starten. Wichtig: WLAN steht nicht zur Verfügung, also Ethernet Zugang benützen.
3. apt-get upgrade - das wird eine ganze Weile dauern.
4. Nun wird es ernst: apt-get dist-upgrade - bei mir waren es 1,6 GB Datenvolumen. Das braucht seine Zeit. Gelegentlich auftauchende Fragen nach der Änderung von Konfigurationsdateien habe ich immer mit N=Beibehalten beantwortet.
5. Den Befehl so oft wiederholen, bis keine Pakete mehr angezeigt werden.
6. Reboot - wir werden von GRUB2 begrüßt. Bei meinem Notebook ging der X-Server nicht. Da ich eine ATI Grafikkarte habe, half folgender Befehl weiter: apt-get install xserver-xorg-video-radeon. In meiner alten /etc/X11/xorg.conf fügte ich den radeon Treiber ein und beim nächsten Reboot wurde ich vom neuen Gnome begrüßt.
7. Die WLAN Karte weigerte sich noch, Daten zu übertragen. Hier half ein: apt-get install firmware-b43-installer. Nach einem neuerlichen Reboot funkte die Karte.
8. Beim Neustart kann man gleich im Squeeze Kernel booten und sich dann elegant des alten 2.6.32 Kernels aus den Backports entledigen.
Fazit: die wichtigsten Programm Einstellungen blieben erhalten und ich konnte praktisch nahtlos weiterarbeiten. Die für meine Verhältnisse gute Vorbereitung dieses Upgrades hat sich gelohnt.